Schufa: Privatpersonen können die Bonität von Unternehmen abfragen

17. Oktober 2013 · 0 Kommentare

Auskungstdienste der SCHUFA sollen künftig auch Privatpersonen nutzen können. Damit will die SCHUFA neue Einnahmequellen erreichen. Privatpersonen sollen sich nach der Zahlungsmoral und der Kreditwürdigkeit von Bauunternehmen informieren können.

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Screenshot von www.MeineSchufa.de

Auch normalen Bürgern steht die SCHUFA ab sofort offen. Über die Finanzlage von Firmen können sie sich nun Informationen beschaffen. Besonders Bauherren dürfte das erfreuen. Das neue Angebot der SCHUFA nennt sich „Schufa-Unternehmensauskunft“. Damit will das Unternehmen für mehr Transparenz sorgen und genau diese ist oft in Kritik. Zu intransparent sei die Berechnung der Bonität. Kosten soll eine Anfrage 28,50 Euro und damit genau so viel wie eine Auskunft über Privatpersonen, nur dass jetzt Daten aller im Handelsregister eingetragenen Unternehmen abgefragt werden können. Privatpersonen können auf diese Weise Auskunft über das Zahlungsverhalten von Firmen erhalten.

Folgende Informationen werden angezeigt:

  • Geschäftszahlen (Umsatz, Mitarbeiter, Stammkapital usw.)
  • Stammdaten und Handelsregisterinformationen (abhängig von der Rechtsform der Firma)
  • Informationen über bisheriges Zahlungsverhalten
  • Brancheninformationen (Firmenprofil, Tätigkeitsschwerpunkt)
  • Funktionsträger und deren Verflechtungen (Mitgliederstatus, Geburtstag, Wohnort, Verbindungen zu anderen Unternehmen)
  • Insolvenzinformationen (sofern vorhanden)
  • Bilanzinformationen
  • Ereignisse der letzten Monate (z.B. Veränderung bei Geschäftsführung, Gesellschaftern)
Hinweis: Privatpersonen mit schlechter SCHUFA haben oft Probleme einen Kredit zu erhalten. Dabei ist auch eine Finanzierung ohne SCHUFA bei einigen Kreditgebern möglich.

Die Einstufung der Bonität erfolgt über einen Scorewert. Die Skala reicht von 100 (sehr gute Bonität) bis 600 (Insolvenzinformationen vorhanden). Unternehmen der mittleren Kategorie sind etwa bei 300 bis 499 eingeordnet. Ähnlich wie bei der Schufa-Abfrage von Privatpersonen teilt die SCHUFA dann mit:

„Zu diesem Unternehmen liegen keine Informationen über Zahlungsstörungen vor. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass Zahlungsschwierigkeiten auftreten werden.

Vorteile für Bauherren und Angestellte

Zwei Gruppen profitieren von den neuen SCHUFA-Abfragen besonders. Zum einen sind das Angestellte: Sie können mit einer einfachen Abfrage ermitteln wie die SCHUFA das eigene oder zukünftige Unternehmen einstuft und dann entsprechende Entscheidungen treffen (z.B. neue Arbeitsstelle suchen). Aber auch Bauherren sehen sich schnell in der Rolle des Kreditgebers – etwa wenn sie das Eigenheim bauen wollen und einem Bauträger Geld vorschießen müssen. Wenn dann etwas schief läuft, weil die Baufirma während der Bauphase zahlungsunfähig ist, ist der Ärger vorprogrammiert. Das geschieht jedes Jahr in Deutschland tausende Male. Mit der Schufa-Auskunft können Bauherren vorab die Bonität von Handwerksunternehmen prüfen. Damit trägt das Unternehmen auch zum Verbraucherschutz von Privatpersonen bei.

In 2012 zählte die SCHUFA 1,5 Millionen Kunden in ihrer Datenbank. Daten von 66,2 Millionen Personen sind gespeichert. Der Umsatz betrug 120 Millionen Euro. Kommen jetzt auch noch Unternehmensauskünfte hinzu, könnte der Umsatz deutlich steigen. Bereits bei wenigen hunderttausend Auskünften pro Jahr, würde sich die Umsatzzahl messbar erhöhen. Privatleute können die Abfrage unter www.meineschufa.de direkt im Portal machen.

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