Großbanken gehen höhere Risiken ein, weil Sie vom Staat gerettet werden

10. Februar 2011 · 0 Kommentare

Als im September 2008 die Pleite der US-amerikanischen Investment Bank Lehman die gesamte Finanzwelt erschütterte und das globale Finanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs brachte, wurde „Too-Big-To-Fail“ zum Leitmotiv der Regierungen der großen Industrieländer. Ziel war es, systemrelevante Banken durch staatliche Interventionen und Hilfsmaßnahmen zu stützen um weitere Schocks für das angeschlagene Finanzsystem zu verhindern.

Deutsche Bank - Großbank

Bild: Deutsche Bank - Großbank

Die weltweite Vernetzung der Großbanken und Kreditinstitute über Kredite und vor allem derivative Instrumente führt zu einer Anfälligkeit für externe Schocks und Ausfälle einzelner Großbanken. Folglich wurden viele Großbanken als systemrelevant identifiziert und mit einem besonderen staatlichen Schutz ausgestattet.

Moral Hazard durch Staatsschutz?

Zunächst schien die Finanzwelt beruhigt. Allein deutsche Banken beantragten Hilfe über 300 Mrd Euro aus dem staatlichen Rettungsfonds Soffin. US-amerikanische Banken erhielten gar 700 Mrd USD aus dem TARP-Programm. Viele Großbanken wurden gerettet, wobei der Staat die Rolle des Aktionärs oder Kreditgebers übernahm. Die Sorge vor weiteren Pleiten wurde so aus dem Markt genommen. Allerdings zeichnen sich nun die Nachteile dieses staatlichen Eingriffs ab. Großbanken gehen höhere Risiken ein, eben weil sie vom Staat gerettet werden. Dies ist intuitiv nachvollziehbar.

Ein Bankmanager, der sich dessen bewußt ist, dass sein Institut bei riskanten Geschäften untergehen könnte, agiert anders als ein Manager, der unter staatlichem Schutz steht. Zudem sorgen das niedrige Zinsniveau und der harte Wettbewerb für Performance-Druck. Großbanken unter Staatsschutz sind hier klar im Vorteil. Sie können riskante Wetten eingehen, welche im besten Fall eine hohe Rendite bringen und im schlechtesten Fall nicht zum Untergang des Instituts führen.

Der Steuerzahler zahlt die Zeche

Doch wer haftet letztlich für dieses riskante Verhalten der Manager? Über den Staat ist es letztlich jeder einzelne Steuerzahler, der die Großbanken bei ihrer Strategie subventioniert. Geht die Wette einer Großbank nicht auf, steht der Staat bereit. Folge sind eine höhere Staatsverschuldung und somit Kosten für die nächsten Generationen und Abbau bei staatlichen Ausgaben für soziale Zwecke.

Wie sind deine Meinungen zu Großbanken? Wie kommt man aus der Misere heraus?

[Bildquelle: chaouki via Flickr.com]

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