Effektiver Jahreszins

26. Oktober 2010 · 0 Kommentare

Der Effektivzinssatz gehört neben dem Nominalzins mit zu den vielen verschiedenen Begriffen, die im Zusammenhang eines Kredites auftauchen und die man vor allem dann mit in die Überlegung mit einbeziehen sollte, wenn man versucht, verschiedene Angebote zum Vergleich gegenüberzustellen.

Effektiver Jahreszins als wahre Vergleichsgröße

Der effektive Jahreszins beziffert die jährlichen Kosten von Krediten bezogen auf ein Jahr. Angegeben wird der Effektivzinssatz in einem Prozentwert, der sich auf die ausgezahlte Kreditsumme bezieht. Da es immer auch wieder Kredite gibt, bei denen sich innerhalb der Laufzeit Faktoren, wie Zinssatz oder Gebühren ändern, spricht man oft auch von einem anfänglichen effektiven Zinssatz, der sich über die Jahre verändern kann.

Will man den effektiven Jahreszins berechnen, muss man alle anfallenden Kosten und Gebühren mit einbeziehen.
So haben diejenigen, die den effektiven Jahreszins betrachten, eine wirkliche Vergleichsgröße, um den günstigsten Kredit zu finden. Schaut man nur auf den nominalen Zinssatz kann es einem passieren, dass man im nachhinein von versteckten Kosten überrascht wird.

Zum Verbraucherschutz hat der Gesetzgeber im BGB nun auch vorgeschrieben, dass die Angabe des effektiven Jahreszinssatzes bei Verbraucherkrediten zwingend zum Inhalt des Vertrages gehört. Verzichtet der Kreditgeber auf diese Angabe, mindert sich der Zinssatz auf den gesetzlichen Zinssatz.

Ein Kredit kostet nicht nur Zinsen

Ein effektiver Jahreszins bestimmt die prozentuale, jährliche Belastung eines Kredites. Zu seiner Berechnung werden alle Faktoren hinzugezogen, die den Preis eines Darlehens mitbestimmen. Dazu gehören der Nominalzinssatz, der Auszahlungskurs, sowohl der Satz als auch der Beginn und die Höhe der Tilgung und zusätzlich noch die Zinsverrechnungstermine. Kontoführungsgebühren und Bereitstellungszinsen gehören dagegen nicht zu den mitbestimmenden Faktoren, dürfen als Kosten aber auch nicht vergessen werden.

Berechnung nach der Preisangabenverordnung

Wenn die Anbieter von Krediten den effektiven Jahreszins berechnen, müssen sie das laut BGB anhand der Preisangabenverordnung (PAngV) machen. Diese Verordnung schreibt ein Verfahren vor mit dem man den effektiven Jahreszins berechnen muss, welches der Berechnung des internen Zinsfußes entspricht. Mit dieser Berechnungsmethode hat der Gesetzgeber geregelt, dass ein effektiver Jahreszins nicht mehr durch eine interne Verteilung von Kreditkosten manipulieren werden kann.

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